Wir haben (eure) Fragen gesammelt und sie an alle Bürgermeisterkandidat*innen und Parteien geschickt. (die AfD hat uns die Fragen nicht beantwortet; Stand: 09.09.2026, 12 Uhr)
Hier sind die Antworten:
1.Wolfenbüttel 2036 – Zukunft & Stadtentwicklung
Wie soll Wolfenbüttel in zehn Jahren aussehen? Welche Entwicklungen möchten Sie vorantreiben, und welche Rolle sollen junge Menschen bei der Gestaltung der Stadt spielen?
2036 soll Wolfenbüttel eine grüne, lebendige und klimaangepasste Stadt sein, in der junge Menschen gerne leben, sich treffen und mitentscheiden. Das neue Jugendfreizeitzentrum ist dafür ein wichtiger Schritt. Ich wünsche mir weitere Jugendorte, etwa in der Auguststadt (Jugendplatz im Zusammenhang mit der Umsetzung des Sanierungsgebietes) und niedrigschwellig in der Innenstadt (Café). Gleichzeitig müssen wir mehr Grün, Verschattung und Hochwasserschutz schaffen. Junge Menschen sollen diese Entwicklung nicht nur erleben, sondern über das Jugendparlament und andere Beteiligungsformate selbst mitgestalten.
Ivica Lukanic – Der Parteilose
Wolfenbüttel soll in zehn Jahren für alle Generationen lebenswert bleiben: mit Wohnraum und Eigentum für junge Familien, behutsamer Nachverdichtung, mehr Grün sowie Schutz vor Hitze und Hochwasser. Junge Menschen sollen die Stadt mitgestalten, besonders bei Treffpunkten, Schulhöfen und Freizeit. Wir planen transparent und wollen Bauen ermöglichen, nicht verhindern.
Vincent Schwarz, FDP
In 10 Jahren ist Wolfenbüttel grüner und vielfältiger geworden. Es gibt verlässliche und bezahle Alternativen zum Auto – ein wirksames Kurzstreckenticket, gut ausgebaute Fahrradzonen und -wege, barrierfreie und sichere Gehwege. Wohnen ist für alle Generationen und Lebenslagen bezahlbar, wir haben Flächen entsiegelt und verlässliche Angebote in Kita und Schule geschaffen. Junge Menschen und Kinder haben wir auf dem Weg dahin aktiv eingebunden – über das Jugendparalemt, Bürger*innenräte und direkt in unseren kommunalen Gremien.
Lena Krause, Bündnis 90/Die Grünen
In zehn Jahren ist Wolfenbüttel grüner, nachhaltiger und sozialer: mehr Bäume und Grünflächen, ausgebaute Tempo-30-Zonen und Fahrradwege sowie ein attraktiverer ÖPNV. Mindestens ein weiterer kostenloser Sozialraum. Junge Menschen gestalten aktiv mit – etwa über eine Jugendgenossenschaft mit günstigen Anteilen und einem Höchstalter von 25 Jahren.
Manuel Albersmann, DIE LINKE
SPD: Wolfenbüttel 2036 muss eine Stadt sein, in der man bezahlbar wohnen, gut zur Schule undArbeit kommen und sich draußen aufhalten kann, ohne Geld auszugeben. Das heißt: sanierte Schulen,verlässlicher ÖPNV, mehr bezahlbarer Wohnraum und eine Innenstadt, die nicht nur tagsüber lebt.Junge Menschen sollen bei Planungen zu Freizeitflächen und Mobilität von Anfang an mitreden, nichtnur informiert werden.
Dr. Sascha Dietrich: • vorausschauend gestalten statt nur verwalten • wirtschaftliche Stärke undLebensqualität verbinden • Bürger:innen, auch junge Menschen, aktiv beteiligen • Eine Stadt der gutenNachbarschaft
SPD Wolfenbüttel
Wolfenbüttel soll bis 2036 eine Innenstadt haben, wo sich Einkaufen, Wohnen,Freizeit und Arbeit sinnvoll ergänzen. Die Menschen sollen sich in der Stadt gerneaufhalten und sich wohlfühlen. Dazu gehörte eine moderne, abwechslungsreicheGastronomie, Events, ein lebendiger Handel und „junges Wohnen“ .Ich kann mir vorstellen, dass wir regelmäßig eine Diskussionsrunde mit derStadtverwaltung, dem Jugendparlament, den Händlern und Anwohnern führen,um gemeinsam Ideen und Projekte zu entwickeln.
Kerstin Glier, CDU
2. Jugend & politische Beteiligung
Wie möchten Sie Jugendliche stärker in politische Entscheidungen und die Gestaltung Wolfenbüttels einbeziehen? Welche konkreten Möglichkeiten zur Mitbestimmung und Beteiligung möchten Sie schaffen oder ausbauen?
Ich wünsche mir, dass sich unser Jugendparlament noch stärker in konkrete Entscheidungen der Stadt einmischt. Es kann Stellungnahmen zu Verwaltungsvorlagen abgeben, eigene Vorschläge und Anträge einbringen und hat einen direkten Draht zum Jugend- und Sozialausschuss. Diese Möglichkeiten sollten wir noch stärker nutzen. Gleichzeitig braucht das JuPa Freiraum für eigene Projekte wie den Verfassungsschmied. Auch Formate wie Summertime zeigen, wie viel entsteht, wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen und selbst gestalten können. Die vielzahl partizipativer Projekte kann die Stadt nur möglich machen wenn die Stadtjugendpflege so stark bleibt wie sie ist.
Ivica Lukanic – Der Parteilose
Das Jugendparlament bietet eine tolle Plattform, mit der Jugendliche ihre Positionen vertreten und gleichzeitig eigene Projekte umsetzen können. Mit einem Beschluss im Rat der Stadt wurde beispielsweise bereits geprüft, das Jugendparlament mit einem Rederecht in Ausschüssen auszustatten und seine Stellung damit zu stärken. Für die Zukunft ist denkbar das Jugendparlament insbesondere bei Vorhaben, die Jugendliche direkt betreffen, noch stärker einzubeziehen.
Vincent Schwarz, FDP
Ich möchte das Jugendparlament als erfolgreiches Format der politischen Beteiligung aufrecht erhalten und weiter unterstützen. Gemeinsam mit den GRÜNEN im Kreis und dem GRÜNEN Landratskandidaten Leo Pröttel möchten wir vergleichbare Beteilgungsstrukturen im Landkreis aufbauen. Gleichzeitig gibt es viele Jugendliche, die noch keine passenden Angebote der Beteiligung haben. Für diese Menschen möchte ich im Austausch mit der Stadtjugendpflege und Jugendorganisationen Beteiligungsmöglichkeiten schaffen. Ich möchte außerdem prüfen, ob in Wolfebüttel das Modell eines kommunalen Jugendbudgets umgesetzt werden kann.
Lena Krause, Bündnis 90/Die Grünen
Jugendliche können bereits eigene Anträge einbringen – das ist gut, reicht aber nicht. Wir wollen die bestehenden Beteiligungsmöglichkeiten stärken und insbesondere das Jugendbudget deutlich erhöhen. Wer jungen Menschen Mitbestimmung verspricht, muss ihnen auch echte finanzielle Gestaltungsmöglichkeiten geben.
Manuel Albersmann, Die Linke
SPD: In der Stadt wollen wir das Jugendparlament stärken und enger in politische Fragen einbinden.Auf Kreisebene wollen wir Jugendforen und Jugendkonferenzen einführen. Junge Menschen sollenfrühzeitig beteiligt werden und nachvollziehen können, was aus ihren Ideen und Vorschlägengeworden ist. Auch ein festes Jugendbudget, über das die Jugendlichen selbst entscheiden, ist denkbar.
Dr. Sascha Dietrich: • jungen Menschen zuhören und ihre Ideen ernst nehmen • frühzeitigeEinbindung in politische Entscheidungen • nachvollziehbare Beteiligung statt reiner Symbolik
SPD
Wir haben in Wolfenbüttel ein sehr gut aufgestelltes Jugendparlament,dass -auf Antrag der CDU Wolfenbüttel – ein Rederecht in den Ausschüssenbekommen hat. Ebenso kann das Jugendparlament eigene Anträge im AusschussJugend und Soziales stellen.Ebenfalls können junge Menschen sich in den demokratischen Parteien engagierenund ihre Interessen über eine politische Arbeit einbringen.
Kerstin Glier, CDU
3. Junge Menschen in Wolfenbüttel halten
Was möchten Sie konkret dafür tun, dass junge Menschen gerne in Wolfenbüttel leben, hier ihre Ausbildung oder ihr Studium absolvieren und anschließend auch langfristig in der Stadt bleiben bzw. nach Ausbildung oder Studium zurückkehren?
Natürlich freue ich mich, wenn junge Menschen in Wolfenbüttel bleiben. Zur persönlichen Entwicklung kann aber genauso gehören, für Ausbildung oder Studium eine Zeit lang fortzugehen. Entscheidend ist für mich, dass sie gerne zurückkommen. Dafür brauchen wir gute Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, bezahlbares Wohnen, Freizeitangebote, Vereine und Ehrenamt. Später zählen gute Kitas, Schulen und ein sicheres Umfeld. Mit studentischem Wohnen, unserer neuen Pflegeschule und zahlreichen eigenen Ausbildungsplätzen haben wir bereits wichtige Bausteine geschaffen.
Ivica Lukanic, Der Parteilose
In meinem eigenen Umfeld sehe ich, dass viele Freunde und Bekannte die Vorteile Wolfenbüttels, insbesondere nach einem Studium in anderen Städten, schnell erkennen, wertschätzen und in unsere Stadt zurückkehren. Um diese Entwicklung zu fördern, wollen wir einen Dual-Career-Service aufbauen und jungen Familien den Weg ins Eigentum erleichtern. Flexible Kinderbetreuung, gute Jobs sowie die Unterstützung der Anbieter von Kultur und Sport machen die Stadt alltagstauglich.
Vincent Schwarz, FDP
Wer junge Menschen halten will, muss auf ihre Bedürfnisse eingehen: bezahlbarer Wohnraum, verlässlicher und günstiger ÖPNV, sichere Radwege und ein gut ausgebautes Radwegenetz, vielfältige kulturelle Angebote und Räume, die konsumfrei zum Aufenthalt genutzt werden können. All das sind Punkte, denen sowohl ich als auch die GRÜNEN nachgehen werden.
Lena Krause, Bündnis 90/Die Grünen
Junge Menschen bleiben, wenn Wohnen, Arbeit, Kultur, ÖPNV sowie Kitas und Schulen stimmen. Wir wollen Leerstand beseitigen, Sanierungen und sozialen Wohnungsbau fördern und unbebautes Bauland besteuern. Erneuerbare Energien sollen neue Jobs schaffen. Kultur und Treffpunkte werden ausgebaut, der ÖPNV gestärkt und Kürzungen bei Kitas verhindert.
Manuel Albersmann, Die Linke
SPD: Entscheidend sind bezahlbarer Wohnraum für Azubis und Studierende, verlässlicheKinderbetreuung für junge Familien und attraktive Arbeitgeber vor Ort. Wir setzen uns für mehrWohnprojekte für junge Menschen und eine engere Verzahnung von Ostfalia, Betrieben und Stadt ein, damit aus Ausbildung und Studium auch Bleibeperspektiven werden.
Dr. Sascha Dietrich: • gute Arbeitsplätze und wirtschaftliche Perspektiven schaffen • attraktivesWohnen und eine lebendige Stadt sichern • Wolfenbüttel so entwickeln, dass junge Menschen undFamilien bleiben
SPD
Wolfenbüttel bietet sowohl attraktive Ausbildungsbetriebe in Handel undIndustrie sowie auch die Möglichkeit an der Ostfalia zu studieren.Ebenso bietet Wolfenbüttel kurze Pendelwege nach Salzgitter,Braunschweig , Peine und Goslar. Die Stadt bietet jungen Menschen bezahlbaren Wohnraum, eine guteInfrastruktur und ein sehr gutes kulturelles Angebot.
Kerstin Glier, CDU
4. Jugendarbeit & Freizeitangebote
Welche konkreten Pläne haben Sie für die Jugendarbeit in Wolfenbüttel? Welche Angebote oder Orte für Jugendliche möchten Sie erhalten, ausbauen oder neu schaffen?
Das neue Jugendfreizeitzentrum ist für mich eines der zentralen Projekte der kommenden Jahre (Die Maßnahmen wird in nur wenigen Tagen beschlossen werden, so dass es losgehen kann). Darüber hinaus möchte ich weitere Jugendorte schaffen, unter anderem im Zusammenhang mit der Entwicklung der Auguststadt. Auch in der Innenstadt fehlt mir ein niedrigschwelliger Treffpunkt, an dem junge Menschen einfach zusammenkommen können. Gleichzeitig müssen wir die hervorragende Arbeit unserer Stadtjugendpflege, Streetwork, Veränder.Bar, Jugendverbände und Vereine erhalten. Projekte wie Summertime zeigen, wie erfolgreich Jugendarbeit ist, wenn junge Menschen selbst gestalten.
Ivica Lukanic, Der Parteilose
Insbesondere Formate wie das Summertime-Festival sind feste Größen, wenn es darum geht Angebote für Jugendliche in Wolfenbüttel anzubieten. Die Planungsgruppe und die Veranstaltung sollen daher auch in Zukunft weiter unterstützt werden. Gleichzeitig muss unsere Unterstützung aber auch Sportvereinen gelten, in denen sich viele Jugendliche in ihrer Freizeit betätigen. Denkbar ist für uns auch, Schulhöfe nachmittags als Treffpunkte zu öffnen, sowie Spielangebote und Kultur, die junge Menschen wirklich erreichen, zu unterstützen.
Vincent Schwarz, FDP
Ich möchte die Jugendarbeit in Wolfenbüttel stärken. Angebote wie das Summertime Festival und die Veränder.bar möchte ich weiter fördern und unterstützen. In Wolfenbüttel fehlt es an Räumen, die konsumfrei von Jugendlichen genutzt werden können. Ich möchte Jugendlichen kostenfreie Räume zur Verfügung stellen – in den Stadtteiltreffs und durch die bessere Nutzung städtischer Gebäude wie Sportanlagen oder Feuerwehrhäuser.
Lena Krause, Bündnis 90/Die Grünen
Wir wollen bestehende Jugendräume sichern und zusätzliche konsumfreie Treffpunkte schaffen. Sportstätten und Schwimmangebote müssen erhalten werden. Dazu wollen wir frei zugängliche Sport- und Bewegungsflächen ausbauen und städtische Räume für Jugendgruppen, Vereine, Musik und Kultur einfacher und günstiger nutzbar machen.
Manuel Albersmann, Die Linke
SPD: Das Jugendfreizeitzentrum wird jetzt schrittweise saniert und gemeinsam mit Jugendlichen weiterentwickelt. Stadtjugendpflege, Vereine, Sport, Kultur und Ehrenamt wollen wir erhalten und fördern. Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich treffen, ausprobieren und engagieren können – zum Beispiel in Stadtteiltreffs. Diese Orte sollen Begegnung und ein gutes Miteinander ermöglichen. Eigenes ehrenamtliches Engagement junger Menschen wollen wir gezielt unterstützen.
Dr. Sascha Dietrich: • Vereine und Ehrenamt stärken • Begegnungsorte und gutes Miteinander fördern • attraktive Freizeitmöglichkeiten für junge Menschen unterstützen
SPD
In Wolfenbüttel gibt es ein Jugendfreizeitzentrum, dass im kommenden Jahr komplett saniert wird und auf die Bedürfnisse der jungen
Kerstin Glier, CDU
Menschen in Wolfenbüttel ausgelegt wird. Als alternativen haben das Adlantis und die Ulme, das Quartierszentrum 15/7 und die
Veränderbar. Die Jugendpflege der Stadt Wolfenbüttel ist sehr gut aufgestellt und unterstützt die Jugendlichen in all ihren Belangen.
5. Soziales & Gesundheitsversorgung
Welche Schwerpunkte setzen Sie im sozialen Bereich? Und was möchten Sie konkret tun, um die medizinische Versorgung in Wolfenbüttel, insbesondere die hausärztliche Versorgung, langfristig sicherzustellen?
Ivica Lukanic, Der Parteilose
Im sozialen Bereich liegen meine Schwerpunkte weiterhin bei Integration, Jugendentwicklung und einer starken Stadtjugendpflege. Nicht auszulassen sind aber auch die älteren Menschen, deren Anzahl zunimmt und die auf besondere Wohn- und Betreuungsangebote zunehmend angewiesen sind.
Die Stadtjugendpflege leistet hervorragende Arbeit und soll dafür auch künftig gute Voraussetzungen haben. Bei der Gesundheitsversorgung gehen wir bereits einen sehr konkreten Weg. Über unser Klinikum bauen wir medizinische Versorgungszentren aus, erwerben Kassensitze und betreiben Praxen in Landkreis und Region. So verbinden wir ambulante Versorgung mit den ärztlichen und pflegerischen Strukturen unseres Klinikums. Diesen Weg will ich konsequent fortsetzen.
Wir setzen unsere Schwerpunkte im sozialen Bereich bei der Unterstützung der Tafel, starker Jugendarbeit und einem sanierten Jugendzentrum. Ältere Menschen sollen digital mithalten können, etwa durch Kurse mit dem Seniorenbüro. Kinderbetreuung muss vielfältig, bezahlbar und flexibel bleiben, damit Familie und Beruf zusammenpassen.
Vincent Schwarz, FDP
Zur Sichererstellung der medizinischen Versorgung will ich eng mit dem Landkreis, dem Klinikum in Wolfenbüttel und anderen Kliniken zusammenarbeiten. Im Landkreis Wolfenbüttel gibt es Fördermöglichkeiten für die Niederlassung von Ärtzen und die Entwicklung von Medizinischen Versorgungszentren. Solche Fördermöglichkeiten will ich gemeinsame mit den GRÜNEN im Landkreis und dem GRÜNEN Landratskandidaten Leo Pröttel erhalten und ausbauen.
Lena Krause, Bündnis 90/Die Grünen
Wir wollen Versorgungslücken bei Haus- und Fachärzten systematisch erfassen und ein kommunal getragenes Gesundheitszentrum vorantreiben. Dort sollen medizinische, pflegerische, soziale und beratende Angebote gebündelt werden. Die Versorgung darf nicht davon abhängen, ob ein Standort für private Anbieter genügend Gewinn verspricht.
Manuel Albersmann, Die Linke
SPD: Sozialpolitisch setzen wir auf bezahlbare Angebote für Familien, Alleinerziehende und Senior*innen. Bei der hausärztlichen Versorgung unterstützen wir Modelle wie das Regionale Versorgungszentrum (RVZ) Baddeckenstedt, das ärztliche und pflegerische Versorgung vor Ort dauerhaft sichert, und wollen solche Ansätze auf weitere Regionen im Kreisgebiet übertragen.
SPD
Dr. Sascha Dietrich: • verlässliche soziale und medizinische Strukturen sichern • Wolfenbüttel als attraktiven Standort für Fach- und Ärzt:innen stärken • Interessen der Stadt gegenüber Land und Bund wirksam vertreten
Die Fachrichtung der Ärzte in Wolfenbüttel regelt nicht Stadt, sondern die Kassenärztliche Vereinigung der Bundesländer in
Kerstin Glier, CDU
Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen. Die Stadt kann nur unterstützend tätig sein und den interessierten Ärzten ein attraktives Wohn- und Lebensumfeld bieten.
6. Krankenhaus Wolfenbüttel
Auf einem Wahlplakat der SPD steht „Das Krankenhaus bleibt!“. Wie stehen Sie zum Erhalt des Krankenhauses? Ist dieser für Sie ebenfalls gesetzt oder gibt es aus Ihrer Sicht andere mögliche Entwicklungen?
Ich habe dieses Plakat gesehen und wurde unmittelbar darauf angesprochen, wer denn unser Krankenhaus schließen oder verkaufen wolle. Das hat mich wirklich irritiert und auch geärgert, denn dafür gibt es überhaupt keine Grundlage. Der Erhalt unseres Klinikums in kommunaler Verantwortung ist für mich gesetzt. Im Aufsichtsrat besteht darüber breite politische Einigkeit über Parteigrenzen hinweg. Mit Geschäftsführung und Beschäftigten haben wir ein Zukunftsprogramm auf den Weg gebracht und investieren mehr als 25 Millionen Euro in das Klinikum. Eine Destabilisierung des Hauses hätte erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Stadt und würde vor allem die medizinische Versorgung in Stadt und Landkreis massiv gefährden. Deshalb finde ich es unglücklich, wenn im Wahlkampf der Eindruck entsteht, das Klinikum stehe zur Disposition. Solche Ängste sollten wir nicht schüren. Ich werde weiterhin alles in meiner Verantwortung Stehende tun, um unser Klinikum zu stärken und dauerhaft zu sichern.
Ivica Lukanic, Der Parteilose
Das Städtische Klinikum bleibt für uns unverzichtbar. Wir treten daher vehement für den Erhalt ein. Insbesondere mit Hilfe der medizinischen Versorgungszentren, die beim Krankenhaus angesiedelt sind, haben wir zum einen eine tolle Möglichkeit zum anderen aber auch eine große Verpflichtung hinsichtlich der verlässlichen ärztlichen Gesundheitsversorgung in Stadt und Landkreis.
Vincent Schwarz, FDP
Als Bürgermeisterin werde ich das Städtische Klinikum Wolfenbüttel aktiv unterstützen. Dazu gehören kommunal betriebene Medizinische Versorgungszentren in Stadt und Landkreis, die die Versorgung sichern und zusätzliche Fördermöglichkeiten eröffnen. Kooperationen mit anderen kommunalen Krankenhäusern müssen vertieft und Leistungsgruppen sinnvoll aufgeteilt werden. Im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten sichern wir den städtischen Zuschuss, nutzen Landesförderungen konsequent und beteiligen auch den Landkreis – denn das Klinikum ist für die Menschen im gesamten Landkreis da.
Lena Krause, Bündnis 90/Die Grünen
Ja. Für uns ist der Erhalt des Krankenhauses gesetzt. Es soll dauerhaft in öffentlicher Hand bleiben. Eine weitere Zentralisierung, Privatisierung oder schleichende Verkleinerung lehnen wir ab. Wolfenbüttel braucht auch künftig ein eigenes Krankenhaus mit einer verlässlichen medizinischen Grundversorgung.
Manuel Albersmann, Die Linke
SPD: Der Erhalt des Krankenhauses Wolfenbüttel als Grundversorger ist für uns gesetzt. „Das Klinikum bleibt!“ ist keine Wahlkampfformel, sondern eine klare politische Priorität: Wir treten für eine wohnortnahe, verlässliche stationäre Versorgung im gesamten Landkreis ein und lehnen eine schleichende Abwicklung des Standorts ab.
SPD
Dr. Sascha Dietrich: • klares Bekenntnis zum Erhalt des Klinikums • Klinikum als zentrale Daseinsvorsorge sichern • auch in finanziell schwierigen Zeiten klare Priorität setzen
Zum heutigen Zeitpunkt ist es so, dass wir zu 100% hinter unserem Klinikum stehen. Da wir (leider) keine Glaskugel besitzen, können wir nicht sagen, wie es durch Regelungen durch das Land bzw. dem Bund mit unserem Krankenhaus in 10 Jahren aussehen wird.
Kerstin Glier, CDU
7. Finanzen & politische Prioritäten
In welchen Bereichen möchten Sie in den kommenden Jahren die finanziellen Schwerpunkte setzen und besonders investieren? Und falls Einsparungen notwendig sind: Wo würden Sie konkret sparen?
Die Haushaltslage wird uns zu erheblichen Anstrengungen zwingen. Deshalb möchte ich gemeinsam mit Rat und Stadtgesellschaft ehrlich priorisieren. Was muss, was kann, was wirkt? Ich halte nichts davon, einzelne Bereiche vorschnell zu Sparbereichen zu erklären. Jugend, Ehrenamt, Bildung, Kultur und soziale Angebote tragen unsere Gemeinschaft. Mit unserer Agenda 2030 müssen wir vielmehr sämtliche Strukturen überprüfen, Verwaltung effizienter machen und auch demografische Veränderungen berücksichtigen. Entscheidend ist nicht, wo wir am meisten kürzen, sondern wo jeder eingesetzte Euro die größte Wirkung für Wolfenbüttel entfaltet.
Ivica Lukanic, Der Parteilose
Weder ich noch eine mögliche FDP-Stadtratsfraktion werden pauschale Kürzungen im städtischen Haushalt mittragen. Bürgermeister und Rat müssen ausdiskutieren welche Prioritäten gesetzt werden. Für mich ist dabei allerdings klar, dass es insbesondere bei unseren Stadtfesten keine Streichungen geben darf. Potenziale zum Sparen sehe ich viel mehr in der Abschaffung von Doppelstrukturen und natürlich auch in der Effizienzsteigerung innerhalb der Verwaltung, die allein schon durch den demographischen Wandel notwendig wird.
Vincent Schwarz, FDP
Kürzungen, die gezielt gesellschaftliche Teilhabe, Soziales, Klimaschutz, Integration, Kultur, Jugend und Ehrenamt schwächen, lehne ich ab. All das sind Bereiche, in die wir gezielt investieren müssen, um unsere Zukunft zu sichern und den Menschen und ihren Bedürfnissen zu begegnen. Ich möchte finanzielle Schwerpunkte im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung, nachhaltige Mobilität, Barrierefreiheit und Soziales setzen. Einsparungen sehe ich in der Gestaltung von effizienteren Verwaltungsstrukturen. Ich möchte außerdem die Einnahmeseite erhöhen, durch gezielte Investitionen als Stadt in Windenergie und Photovoltaikanlagen.
Lena Krause, Bündnis 90/Die Grünen
Wir stellen uns gegen Einsparungen und setzen Schwerpunkte bei Klimaschutz und Armutsbekämpfung. Konkret wollen wir klimafreundliche Infrastruktur und Mobilität fördern sowie Sozialangebote für alle Altersgruppen schaffen. Ein Wolfenbütteler Bürgerfonds soll durch einen kleinen Beitrag sehr reicher Menschen soziale Projekte der Stadt finanzieren.
Manuel Albersmann, Die Linke
SPD: Investieren wollen wir vor allem in Kinder und Bildung, Wohnen, Infrastruktur, Klimaanpassung, Digitalisierung und wirtschaftliche Entwicklung. Sparen wollen wir durch weniger Doppelstrukturen zwischen Stadt und Landkreis, z. B. in der IT, durch überprüfte Investitionsstandards und zeitliche Streckungen. Weitere Potenziale müssen Politik und Verwaltung gemeinsam im Haushalt finden. Nicht alles wird gleichzeitig möglich sein – deshalb setzen wir langfristige Prioritäten statt spontaner Einzelaktionen.
Dr. Sascha Dietrich: • Wirtschaftskraft und Einnahmen stärken • Verwaltung effizienter und serviceorientierter machen • klare, langfristige Prioritäten statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen
SPD
Da wir einem Defizit von ca. 25 Millionen Euro in das Haushaltsjahr 2027 gehen werden wir in Wolfenbüttel keine großen Investitionen tätigen können. Zunächst müssen Projekte wie der Erweiterungsbau Gymnasium am Schloss, die Sanierung des Elster- Geitel Hauses an der Großen Schule , diverse Straßensanierungen, der Bau von Feuerwehrhäusern usw. fertig gestellt werden. Einsparmöglichkeiten müssen in allen Bereichen des Städtischen Haushaltes sorgfältig in Augenschein genommen werden, um die nötigen Sparpotenziale umzusetzen.
Kerstin Glier, CDU
8. Asse & regionale Verantwortung
Wie schätzen Sie die aktuelle Situation rund um die Asse ein? Welche Verantwortung sehen Sie hier für die Stadt Wolfenbüttel und welche konkreten Maßnahmen halten Sie für notwendig?
Die Asse ist für mich ein umweltpolitisches Desaster, dessen Folgen unsere Region noch viele Jahre beschäftigen werden. Die Rückholung der radioaktiven Abfälle ist eine gewaltige Aufgabe, und ich hoffe sehr, dass endlich auch für die Menschen in unserer Region sichtbar wird, dass das Vorhaben vorankommt. Die operative Verantwortung liegt beim Bund und der BGE, nicht bei der Stadt Wolfenbüttel. Trotzdem werden wir unsere regionalen Interessen einbringen. Sicherheit, Transparenz und der Schutz der Menschen und unserer Umwelt müssen bei allen Entscheidungen an erster Stelle stehen.
Ivica Lukanic, Der Parteilose
Wir verlangen einen transparenten Prozess und ehrliche Kommunikation über Risiken, Zeitpläne und Alternativen. Eine rechtzeitige Rückholung halten wir kaum noch für realistisch. Daher muss zügig über eine Alternative wie die Verfüllung entschieden werden. Maßstab bleibt der bestmögliche Schutz von Menschen und Umwelt.
Vincent Schwarz, FDP
Die Asse ist und bleibt eine der größten langfristigen Belastungen unserer Region. Szenarien zum Umgang müssen faktenbasiert, transparent und ergebnisoffen diskutiert werden. Belastungen für Mensch und Natur müssen minimiert werden.
Lena Krause, Bündnis 90/Die Grünen
Der Atommüll muss vollständig und so schnell wie möglich aus der Asse zurückgeholt werden. Ein Verbleib im Bergwerk ist für uns keine Option. Ein Zwischenlager in unmittelbarer Bevölkerungsnähe lehnen wir ab. Stadt und Landkreis müssen gegenüber Bund und BGE konsequent die Sicherheit und Interessen der Menschen vor Ort vertreten.
Manuel Albersmann, Die Linke
SPD: Die Rückholung des radioaktiven Abfalls aus der Asse muss zügig, transparent und mit größtmöglicher Sicherheit für die Region erfolgen. Die Kommunen müssen bei Zwischenlager-Standortfragen und der Sicherheit ernsthaft beteiligt werden, nicht nur informiert. Der Zukunftsfonds Asse ist ein wichtiges Instrument, um die Region für die Belastung durch das Endlagerproblem zu entschädigen.
SPD
Die Asse als Landschaftsgebiet gehört zum Landkreis und liegt deshalb nicht im Aufgabengebiet der Stadt.Die Schachtanlage Asse II wird von der Bundesgesellschaft für Endlagerung betrieben und ist somit eine Aufgabe von Bund und Land Niedersachsen.
Kerstin Glier, CDU
9. Studierende in Wolfenbüttel
Was möchten Sie für Studierende in Wolfenbüttel verbessern? Welche Maßnahmen könnten dazu beitragen, dass Wolfenbüttel für Studierende attraktiver wird?
Ich möchte die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Ostfalia weiter intensivieren. Studierende brauchen gutes und bezahlbares Wohnen, attraktive Treffpunkte und mehr Möglichkeiten für Abendkultur. Mit studentischem Wohnen auf dem Campus und weiteren Projekten haben wir bereits wichtige Angebote geschaffen. Auch neue Orte wie das Mosaik können Wolfenbüttel für junge Menschen attraktiver machen. Gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben. Viele Studierende pendeln und Braunschweig liegt direkt nebenan. Umso wichtiger ist es, Wolfenbüttel mit seiner Lebensqualität, seinen Vereinen, seinem Ehrenamt und einer lebendigen Innenstadt als Hochschulstandort stärker erlebbar zu machen.
Ivica Lukanic, Der Parteilose
Wolfenbüttel soll für Studierende attraktiver werden, indem wir den Hochschulstandort stärken und Flächen für gute Infrastruktur sichern. Die HAB wollen wir für Stipendiaten attraktiver machen. Glasfaser, WLAN, eine Stadt-App, lebendige Innenstadt, Kultur und besserer ÖPNV helfen im Alltag. Wer bleibt, braucht zudem Wohnraum und berufliche Chancen.
Vincent Schwarz, FDP
Die Nähe zur Universitätsstadt Braunschweig mit ihrem vielfältigen Nachtleben und Freizeitangeboten ist eine Herausforderung für Wolfenbüttel. Hier gilt es Initiativen, die Angebote für junge Menschen schaffen wollen, aktiv zu unterstützen. Ich denke hier beispielsweise an das MOSAIK in der Breiten Herzogstraße. Gleichzeitig gilt es, bezahlbaren Wohnraum in Nähe zur Hochschule und zur Kernstadt zu schaffen.
Lena Krause, Bündnis 90/Die Grünen
Wie junge Leute benötigen Studierende günstigen Wohnraum, Jobperspektiven, Kultur und einen guten ÖPNV. Viele unserer Maßnahmen kommen auch ihnen zugute. Darüber hinaus wollen wir Studierende gezielt entlasten und weitergehende Vergünstigungen schaffen, etwa bei Kultur, Mobilität und städtischen Angeboten, damit das Studium in Wolfenbüttel attraktiver wird.
Manuel Albersmann, Die Linke
SPD: Wolfenbüttel braucht mehr bezahlbaren Wohnraum speziell für Studierende, bessere Anbindung des Campus an ÖPNV und Innenstadt sowie mehr studentisches Leben abseits der Hochschule – Kneipen, Kulturangebote, Treffpunkte. Wir setzen uns für einen engeren Austausch zwischen Ostfalia, Stadt und ansässigen Betrieben ein, um Praktika- und Jobperspektiven vor Ort sichtbarer zu machen.
SPD
Dr. Sascha Dietrich: • Wohnen, Innenstadt und Studium stärker verbinden • bessere Perspektiven für Absolvent:innen vor Ort schaffen • Studierende stärker als Teil der Stadtgesellschaft einbinden
Es gibt ein gutes Wohnangebot für die Studenten an der Ostfalia in Studentenwohnheimen bzw. Wohnungen zu wohnen, dennoch zieht es den größten Teil der Studenten in die nahe gelegene Universitätsstadt Braunschweig. Das hat durchaus mit der Infrastruktur vom Universitätsviertel in Braunschweig zu tun. Es benötigt Investoren, die in den gastronomischen Bereich (Studentkneipe, Restaurants mit spezifischen Ausrichtungen) investieren möchten. Diese Investoren zu finden wird in der heutigen wirtschaftlichen Situation der Region zunehmend schwieriger.
Kerstin Glier, CDU
